Asiye Külekci

Asiye Külekci
Asiye Külekci

Asiye Külekci ist 1970 in Sivas (Anatolien) geboren. Als Kind erkrankte sie an einer progressiven Muskelatrophie. Heute lebt sie mit Persönlicher Assistenz in ihrer eigenen Wohnung in Bergisch Gladbach. Im Interview erzählt Asiye Külekci über ihren Weg zu einem selbstbestimmten Leben.

 

 

 

 

 



 

 

„Ich komme aus einem Dorf in Anatolien. In dem Dorf hatte ich keinen Rolli. Meine Art der Fortbewegung war das Krabbeln. So bin ich durch das ganze Dorf gekrabbelt und wenn es mal ein Hindernis gab, wurde ich von irgendwem über das Hindernis getragen. Meine Behinderung erlebte ich also krabbelnd. In Deutschland bekam ich zuerst einen Buggy. Es war schon ein Highlight, dass ich darin sitzen konnte und jeder konnte mich durch die Gegend schieben. Das war schon ein Freiheitsgefühl, aber der rote E-Rolli, den ich später bekam, hat natürlich alles getoppt! Das war alles so schön. Der E-Rolli war schnell und ich war total frei; keiner musste mich schieben. Ich hatte nur so einen Knüppel zum Steuern und los ging`s. D. h. ich musste nur die Hände bewegen, was ich damals auch sehr gut konnte, denn die Kraft war noch gut vorhanden. Das war für mich die Freiheit, die real gewordene Freiheit. Das war ein großartiges Gefühl der Freiheit kann man sagen. Ich hielt die Woche des Wartens kaum aus, bis ich die nächsten Runden auf dem Schulhof fahren durfte. Ich weiß bis heute nicht, warum mir der rote E-Rolli nur einmal in der Woche, so selten, zur Verfügung stand!? Vielleicht hatten die Organisatoren Bedenken, dass ich gegen einen Baum fahren könnte oder so. Ich war ja noch sehr klein. Immer, wenn dieser Tag kam und ich mich in den roten E-Rolli hinein setzen durfte, meine Runden auf dem Schulhof drehte, war ich überglücklich. Das war einfach nur toll!“

„Dann erhielt ich irgendwann meine persönliche Assistenz. Aber für mich war die Assistenz und ist sie teilweise heute noch etwas Befremdliches. Ich akzeptiere und brauche diese Unterstützung, ich bin sehr dankbar dafür, dass es so etwas gibt, aber das harmonische Gefühl von damals, als meine Familie mich pflegte, das fehlt mir heute. Aber es ist gut und wichtig für mich, dass ich mir meine Mitarbeiterinnen selber aussuchen kann.“





Das ganze Interview finden Sie hier als PDF

Dieses Interview wurde geführt von Andreas Brüning.